Die Geschichte vom Oktoberfest beginnt am 12. Oktober 1810, als in München die Hochzeit des Kronprinzen Ludwig mit Prinzessin Therese gefeiert wird und erlebte 2010 ihr 200-jähriges Jubiläum. Die offizielle Hochzeitsfeier im Jahre 1810 dauerte 5 Tage und wurde begleitet von Schützenparaden, Musik und einem Pferderennen auf einer Wiese außerhalb der Stadt, die zu Ehren der Braut später als Theresienwiese benannt wird. Diese Hochzeitsfeier in 1810 blieb jedoch angesichts der unglaublichen Beliebtheit bei den Münchner Bürgern kein einmaliges Ereignis und wurde schon im nächsten Jahr wiederholt. So wurde aus dem Hochzeitsfest das größte Volksfest der Welt, bekannt als Oktoberfest auf der Theresienwiese.
Im Laufe der Geschichte des Oktoberfests hat sich aus der historischen Hochzeitsfeier das größte Bierfest der Welt entwickelt, das maßgeblich durch die Münchner Brauereien und deren Wiesnwirte sowie durch die Schausteller geprägt wird. Eine besondere Rolle spielt freilich das Oktoberfestbier, das die Münchner Brauereien extra für das Oktoberfest im Frühjahr brauen. Traditionell dürfen nur die Münchner Brauereien die Wiesnwirte auf der Theresienwiese mit Bier beliefern. Hierzu gehören Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten.

Erste der vielen offiziellen Veranstaltungen während des jährlichen Volksfests auf der Theresienwiese - in München auch bekannt als Wiesn - ist der Einzug der Wiesnwirte und Brauereien am Eröffnungstag, gefolgt vom medienwirksamen Anstich des ersten Fass Oktoberfestbier durch den Münchner Oberbürgermeister. Gespannt warten die Wiesnbesucher in den Festzelten und Biergärten, dass der Oberbürgermeister mit folgenden Worten den offiziellen Beginn der Wiesn verkündet: "O`zapft is". Sodann übergibt er dem Bayerischen Ministerpräsidenten die erste Maß Bier.

Das Oktoberfest in München hat sich mit seinen jährlich rund 6 Millionen Besuchern zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Immerhin werden in den rund 70 kleinen und großen Festzelten auf der Theresienwiese mit insgesamt 100.000 Sitzplätzen mehr als 8.000 Angestellte und 4.000 Aushilfen beschäftigt. Die Touristen aus aller Welt verspeisen jedes Jahr 500.000 Brathendl und 50.000 Schweinshaxn und trinken dazu 6 Millionen Maß Oktoberfestbier. Nicht zu vergessen die Hotels und Campingplätze in und um München herum, die während der Wiesn alle ausgebucht sind.

Auf dem Oktoberfest findet man Tradition und Moderne stets beeinander. Hier kann man typische Münchner im Dirndl oder in der Lederhosen sehen ebenso wie Asiaten, nebeneinander sitzend in einem der Festzelte oder in einem der zahlreichen Fahrgeschäfte. Nichtsdestotrotz achtet die Stadt München als Veranstalter des Oktoberfests mit ihren Möglichkeiten darauf, dass bayerische Traditionen, Kultur und Musik gelebt und gefeiert werden, trotz allem Rummel und Party. In diesem Sinne war auch die Einführung einer traditionellen Wiesn zur Feier des 200-jährigen Jubiläums des Oktoberfests zu verstehen, die als Oide Wiesn auch in den folgenden Jahren fortgesetzt wird. Eine der größten Herausforderungen in den vergangenen Jahren für diese Megaveranstaltung in München war zunehmend die Gewährleistung der Sicherheit auf der Theresienwiese, insbesondere seit dem Anschlag auf das WTC in New York.


