Das Oktoberfest ist berühmt für seine Festzelte und das eigens gebraute Oktoberfestbier der großen Münchner Brauereien, für die das Oktoberfest eine besondere Gelegenheit ist, einen großen Teil des Jahresumsatzes zu generieren und gleichzeitig die eigenen Marken einem Millionenpublikum aus dem In- und Ausland zu präsentieren. Das Oktoberfest beginnt - wie immer - um Punkt 12.00 Uhr mit dem Anstich des ersten Fass Oktoberfestbier durch den Oberbürgermeister von München und dem berühmten “O`zapft is!”.

Ohne die großen Münchner Brauereien Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Paulaner und Spaten wäre das Oktoberfest nicht das, was es heute ist: Größtes Bierfest der Welt, das seit mehr als 50 Jahren schon traditionell mit folgenden Worten eröffnet wird: "O`zapft is". Diese bis heute gültige Tradition begründete 1950 der Münchner Oberbürgermeister Thomas Wimmer nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Den Rekord beim Anzapfen des ersten Fasses Bier hält nach wie vor der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude mit 2 Schlägen. O`zapft wird immer im Schottenhamel Festzelt, das von Spatenbräu beliefert wird.
Das größte Festzelt auf der Wiesn ist das Festzelt der Staatlichen Hofbräu Brauerei München, wo es sich der berühmte Münchner Aloisius im Himmel gemütlich gemacht hat. Das Festzelt der Staatlichen Hofbräu Brauerei ist vor allem für Touristen aus dem Ausland sehr beliebt, weil jeder den Namen Hofbräu und das weltberühmte Hofbräuhaus am Platzl kennt.
Wer sich einmal wie im Himmel der Bayern fühlen will, geht ins urige Hacker Festzelt, wo das Oktoberfestbier der Hacker-Pschorr Brauerei ausgeschenkt wird, das mit einem Alkoholgehalt von 5,8% nicht ganz so stark ist wie das der übrigen Brauereien. Daneben beliefert Hacker-Pschorr auch die Bräurosl, Poschner’s Hühner- und Entenbraterei und die Hühner- und Entenbraterei von Karl-Heinz Wildmoser.
Das Festzelt von Löwenbräu erkennt man schnell am brüllenden Löwen über dem Eingang, wo sich traditionell die Fans und Spieler des TSV 1860 München treffen. Ausgeschenkt wird Oktoberfestbier der Münchner Brauerei Löwenbräu, die inzwischen jedoch nur noch eine Marke unter vielen unter dem Dach des riesigen Getränkekonzern AB Inbev darstellt, zu dem auch die Spaten-Franziskaner Gruppe gehört.

Gegenüber vom Löwenbräu Festzelt befindet sich das Winzerer Fähndl, wo Oktoberfestbier der Paulaner Brauerei ausgeschenkt wird. Gemeinsam mit Hacker-Pschorr und anderen Marken bildet die Paulaner Brauerei die Paulaner Gruppe, die zur Brau Holding International gehört, welche wiederum Teil der Schörghuber Unternehmensgruppe ist.
Die Augustiner Brauerei ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonders auf dem Oktoberfest. Zum einen ist Augustiner die letzte Münchner Brauerei auf dem Oktoberfest, die das eigens gebraute Festbier noch in echten Hirschen zu den Festzelten auf der Theresienwiese anliefert und auch aus diesen ausschenkt. Alle anderen Brauereien haben schon längst auf Stahltanks umgestellt, aus denen das Oktoberfest ausgeschenkt wird. Ferner ist Augustiner Bräu die letzte große Münchner Brauerei, die sich noch in privater Hand befindet und nicht an einen der großen Bierkonzerne verkauft wurde wie Löwenbräu, Spaten, Paulaner oder Hacker-Pschorr. Dies hat seinen Grund auch in der besonderen Geschichte der Brauerei, die als älteste Münchner Brauerei im Jahre 1328 von Mönchen des Augustinerordens gegründet wurde. 1829 fällt die Brauerei schließlich in die Hände des Anton Wagner und im Wege der weiteren Erbfolge an dessen Sohn Josef Wagner, dessen Initialien "J.W." heute noch das Logo der Augustiner Brauerei zieren. Nach dem Tod der letzten Nachfahren der Wagner-Familie fällt die Mehrheit der Unternehmensanteile der KG an die gemeinnützigen Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, die sich unter anderem für Jugendschutz, Völkerverständigung, Denkmalschutz und Förderung der Kultur einsetzt. Bestes Beispiel für diesen Einsatz der Stiftung ist das Gebäude des heutigen Bier- und Oktoberfestmuseums, das aus finanziellen Mitteln der Stiftung und unter Erhalt der historischen Substanz renoviert wurde. Augustiner Edelstoff wird in den beiden großen Festzelten "Augustiner Festhalle" und Fischer Vroni ausgeschenkt und gilt auf der Wiesn als bestes Bier überhaupt.


